Mauritzio Vandelli

Vintage Tour Donau 2026 mit Maurizio Vandelli

„Wir kommen nächstes Jahr wieder, denn die Leute in Gedersorf, die dort immer an der Hausmauer sitzen, genau die warten auf uns.“

Mit diesem Satz schloss ich unseren Bericht vom Jahr 2024.

Da meine Wenigkeit vergangenes Jahr dank Elch Emil auf die Vintage Tour verzichten durfte, ging es heuer mit noch mehr Vorfreude in diesen Tag.

Um Punkt 10:00 Uhr fiel der Startschuss für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der diesjährigen Vintage Tour Donau. Vom prächtigen Lenz Moser Anwesen in Rohrendorf, nach 300 Meter gleich mal rechts weg, die erste richtig bissige und lange Kellergasse hoch in die Weinberge.

Puls auf null, Schaltungen knacken, Ketten rasseln und immer wieder ist dieses leise Fluchen nach dem „Warum“ zu hören. Die Schönheit der Kellergasse, all die Farben und das sanfte rattern der Räder über das unregelmäßige Stöckelpflaster sollte all das entschädigen. Die erste Strapaz ist aber gleich wieder vergessen wenn sich die Gasse oben angekommen öffnet und es tut sich die Landschaft mit all den Weingärten auf.

So geht es dahin, über Hügel, durch Dörfer und Kellergassen, entlang von Bächen und durch Waldstücke.

Die Labe war bei der spektakulären Aussichtswarte Eisen.Hut am höchsten Punkt am Wagram mitten in den Rieden. Hier bleibt man gerne stehen, gönnt sich ein Schmalzbrot, das ein oder andere Getränk und tauscht sich mit den anderen Vintage-Enthusiasten zu den alten Fahrrädern und so manchen Touren aus. Auch mit dem diesjährigen Stargast, dem überaus sympathischen Maurizio Vandelli kamen wir ins Gespräch.

Ab der Labe ging es Richtung Donau, vorbei am Schloß Grafenegg und durch die Au zum Donauradweg. Gut 10 km ging es gegen den sehr starken Westwind der Donau entlang, vorbei am Wärmekraftwerk Theiss nach Gedersdorf, wo der Finale Anstieg hoch in die Weinberge auf uns wartet.

Halt, Gedersdorf, da war doch noch was. Genau, genau diese netten Menschen welche an diesem Tag immer vor dem Haus an der Straße sitzen um all den Madln und Buam der Vintage Tour zuzujubeln, genau die sind wieder an der Stelle. Diesmal aber haben wir ohne Aufforderung sofort angebremst, die Rennräderan der Hausmauer abgestellt und sich zu den Leuten gesellt. Noch nicht einmal ordentlich gegrüßt war das achterl Wein eingeschenkt und der Marmorgugelhupf zum Verzehr gereicht. Unter diesen Umständen nimmt man es gerne in Kauf das Zeitlimit voll auszuschöpfen und als letztes ins Ziel zu kommen. So saßen wir, tranken guten Wein und lernten so einiges vom Jungwinzer, der tags zuvor, einen Monat früher als sonst bereits mit der Weinlese begonnen hat. Naja, was soll ich noch schreiben, der Besenwagen hat uns dazu bewogen diese wieder extrem freundlich herzliche Gesellschaft in Gedersdorf zu verlassen.

Da war dann nur noch der Finale Anstieg.Der prallen Sonne voll ausgesetzt, knackige Steigung an Steinmauern und Lösshängen hoch bis wieder zu einem Punkt mit grandioser Aussicht. Ab jetzt ist Fahrtechnik gefragt und die Bremsen müssen einfach nur das tun wofür sie das sind, bremsen und zwar gut bremsen. Abfahrt durch die letzte extrem steile mit Stöckelpflaster belegte Kellergasseund Zieleinfahrt bei Lenz Moser.

Es waren dann wieder 70 Kilometer und 700 Höhenmeter auf unseren alten Rädern aus Stahl mit Übersetzungen wie sie heute nicht mehr viele kennen.

Guat is gaunga nix isg’schen.

Es war unswie immer ein Vergnügen.

Hans, Roland, Tom

DANKE Renate, bis nächstes Jahr in Gedersdorf!